
Drei Romane
Königsbriefe. Herr Thomas. Teufelswesen
de Kay Ganahl · Publicada por primera vez en 2007
LESEPROBE AUS "DREI ROMANE", HIER DER ROMAN: "TEUFELSWESEN" 1. Kapitel Vor dem Hauptbahnhof Vormittags; hier: offenbar zwei Leute, die sich mögen. Sie befinden sich auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Sie wollen jetzt ein längeres (?) Gespräch führen. Irgendwoher kennen sie sich, wie eindeutig zu sehen ist. Um sie herum ist ein wilder Trubel mit einem großen Lärm, so dass ein geglückter intellektueller Austausch kaum möglich ist. Aber - sie finden, dass sie richtig liegen. Nichts fehlt ihnen. Sie nicken sich voller Zustimmung zu. Dies ist ein sehr gefühlshaltiger Augenblick der rasch anhebenden Sorglosigkeit, indem eine junge hässliche Frau auf einen gestandenen älteren Herrn trifft. Anvisiert wird beiderseits das Gefühl des gemeinsamen Glücks. Sie könnten sich momentan einander wie zwei liebende Götter vorkommen, zumindest als sehr geschmackvolle Menschen ... Persönlichkeiten, die sich lieben. Und: wahrhaftige Menschen! Und: ... und diese junge Berta X., die in diesem Moment fröhlich ist; sehr bald sogar extrem heiter werdend: - ... ah, wollen sie auch grüne Blätter? Die schmecken, so äußert sie nunmehr. Sie reicht einen Korb mit grünen Blättern her, der von dem älteren Herrn mit Neugier genauestens in Augenschein genommen wird. Er, Herr Z., der gestandene ältere Herr, ein Herr in einer hohen Funktion spricht laut mit einer Sorgenmiene: - Nein danke!! Verzichte ... ! ... nun, es ist einfach so, ... diese ekligen sauren Pro ... Propropro ... Produkte mag ich nicht, bedaure. Übermorgen bekomme ich eine Lieferung Schokolade. Mit Schokolade kann ich mehr anfangen als mit solchem Grünkram. Von dem bekomme ich meistens Ausschlag. Das ... das sollte nicht ... sein!!! Berta X. fragt gleich darauf lauthals: - Ist es denn wahr? Z., würdevoll, eine Karikatur seinerselbst: - Ja doch! Derlei Produkte, Süßwaren, können mich hingegen erfolgreich resultativ in den Wahnsinn befördern. Berta X.: - Ach ja ...? ... resultativ! Sie nickt dazu eifrig. Z.: - Ja! Ich möchte behaupten, ... Berta X. wirft dazwischen, laut: - Was denn ...?? Z.: ... , dass ich dies wissen kann, denn ich habe sie des öfteren probiert. Es hilft nichts, ich muss auf den Grünkram verzichten. Ich muss Süßes essen, Süßes! - Süßes, mein Herr?? Er dann: - Natürlich! - Süßes, wie lecker! Wie eklig! ... wie ...! ruft sie aus. Und sie fährt sich nervös durch die Haare. Braune lange Haare. Auf der rechten Backe hat sie ein dunkelbraunes Muttermal. Er darauf schnell: - Allerdings, das darf ich jetzt mal anfügen, ... ist gegenwärtig mein Appetit auf Produkte der Süßwarenwirtschaft eher gering. - Gering!? Er: - Hören sie schlecht?? - Nein! Er fährt fort: - Von meiner Familie fragt mich keiner mehr, ob ich Sü?es mag. Ohne Frage bin ich für meine Familie einer, der darauf abfährt, egal was sonst passiert. Die Familie schenkt mir manchmal zum Geburtstag Schokotorten. Und Berta X. sagt: - Na also. Ist es denn wahr? Um die beiden herum bildet sich eine kleine Traube Menschen, die unbeteiligt aussehen, es auch sind. Sie stören aber. Berta möchte von ihnen weg, wird aber von dem in diesen (offenbar für ihn) recht interessanten Augenblicken köstlich amüsierten Z. davon abgehalten, der sie an ihrem Maxirock festhält. Sie kreischt auf. Sie lacht danach schallend. - Hahahahahahahaha!!!!!!! Und Z. reagiert zerknirscht, blödelt kurz mit einem völlig fremden Beistehenden, der sich aus der Traube gelöst hat, herum; lässt sich dann aber wieder mit ihr ein. Er sagt zu Berta: - Haha. Sie sind zitierwürdig!! Bemerkenswert ist, dass sie eine Gute ist, die man erhaben findet, wenn man ihr begegnet. Sie strahlt Unschuld, Naivität und Jugend aus, eben das, was sie auch besitzt. Und nun setzt sie ein zwanghaftes Lächeln auf. - Ja, ... wollen sie denn kein einziges grünes Blatt haben und genießen, ... wirklich keines?? fragt sie Z.. Z., der sich enger zu ihr gesellt sagt hierauf: - Nein, ich kann solche ... nicht vertragen. Sie bringen mich auf die Palme - meine Gesundheit ist schnell hinüber. Ich habe Probleme mit meiner Gesundheit, immer wieder ... immer wieder ... Vor Jahren habe ich für mich selbst schon beschlossen, keine Waren dieser Art mehr zu essen. Ich bedanke mich für das Angebot. - Bitte sehr! sagt Berta. Jetzt ist Berta bereit, sich vom Vorplatz des Hauptbahnhofs zu verabschieden, um woanders hin zu gehen, wo man sie nicht kennt, wo sie keiner mir nichts dir nichts anquatscht - sie für eine Prostituierte hält oder für eine Drogenabhängige. Hierzu muss sie allerdings erst einmal den Z. abschaffen, der ihr schon ziemlich auf die Pelle gerückt ist. Ein bisschen gequält fühlt sie sich von ihm. - Das ist die Zeile, wo man sich trifft und seine Probleme bespricht! sagt Z., den sie trotz mehrerer ruhiger Bewegungen (von ihm fort) nicht los geworden ist. Eine Feststellung muss gemacht werden: irgendjemand scheint ihm auf die Spur gekommen zu sein; dies hat Berta schnell bemerkt. Ganz auffällig guckt er sich um.
Ediciones (1)
- Drei Romane: Königsbriefe. Herr Thomas. Teufelswesen (2007)
Kay Ganahl Selbstverlag · alemán · ISBN 9783000219641





